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Paris: Das Musée Bourdelle zeigt, was Künstler getragen haben
Le musée Bourdelle, à Paris, présente l'exposition « L'Étoffe de l'artiste », consacrée aux vêtements et accessoires d'artistes. Du XVIIIe siècle à Joseph Beuys, elle montre comment l'habit reflète le statut et l'identité de celui qui crée.
Par la rédaction Walensky · 3 min de lecture

- 1798das Jahr, in dem das Gesetz Maler unter die Künstler einordnet
- 1857das Jahr des Porträts von Paul Delaroche im Mantel
- 1922das Jahr von Joachim Costas L'Imagier
Das Musée Bourdelle in Paris zeigt die Ausstellung L'Étoffe de l'artiste. Sie vereint Kleidung und Accessoires von Künstlern, darunter den blauen Kittel von Gustav Klimt und die Jacke von Rosa Bonheur. Der Rundgang folgt der Chronologie, vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zu Joseph Beuys, und zeigt, wie die Kleidung Status und Identität des Künstlers widerspiegelt.
Lili Davenas, Kuratorin der Ausstellung, schreibt im Katalog, dass diese Kleidungsstücke »getragen, bis vor kurzem noch vom Schweiß feucht« waren. Laut Beaux Arts handelt es sich eher um kostbare Archive als um Reliquien: Sie zeichnen ein Porträt ihrer Träger im Negativ.
Ein Statuswechsel bildet den Ausgangspunkt. Laut Beaux Arts veränderte sich die Stellung der Künstler ab dem Ende des 18. Jahrhunderts. Am 22. Oktober 1798 fasste das Finanzgesetz Maler, Grafiker und Bildhauer unter dem Begriff Künstler zusammen. Von nun an ging es darum, die eigene Einzigartigkeit zu zeigen, statt wie Handwerker eine Gemeinschaft zu bilden.
Vom Pelzmantel zur respektablen Erscheinung
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Die Atelier-Mütze ist eine weiche Kopfbedeckung, die bei Kreativen des 19. Jahrhunderts verbreitet war und sich schon in Selbstporträts von Raffael, Leonardo da Vinci und Rembrandt findet. Das Porträt von Paul Delaroche, 1857 von Joseph-Nicolas Robert-Fleury gemalt, zeigt ihn in einem pelzgefütterten Mantel, einem Zeichen von Eleganz, Erfolg und Wohlstand, so Beaux Arts.
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Die Impressionisten Claude Monet, Frédéric Bazille und Edgar Degas folgten der männlichen Mode des späten Jahrhunderts und bevorzugten eine respektable Erscheinung, die Lili Davenas als Klischee des modernen Dandytums beschreibt. Die extravaganten Kostüme der Romantiker vom Beginn des 19. Jahrhunderts fehlen dagegen in der Ausstellung.
Rosa Bonheur und Klimt, persönlich gestaltete Kleidung
Rosa Bonheur trug eine Jacke, mit Weste und weitem Rock, um bequem arbeiten zu können. Rosa Bonheur beantragte eine Genehmigung zum Tragen von Hosen. Ihre Jacke trägt eine kleine rote Rosette, Erinnerung an die Ehrenlegion, die sie als erste Künstlerin erhielt. Rosa Bonheur verzierte ihre Kleidung mit bestickten Ornamenten.
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Gustav Klimt tat dasselbe mit seinem blauen Kittel, wohl mit Hilfe seiner Lebensgefährtin, der Schneiderin Emilie Flöge. Laut den Kuratoren erinnert der weite Schnitt ebenso an Kaftane, koptische Tuniken und russische Sarafane wie an japanische Kimonos.
Im 20. Jahrhundert behauptet die Kleidung ebenfalls eine gewählte Identität. Romaine Brooks und Marie Laurencin spielen mit Androgynie, Claude Cahun inszeniert sich männlich, und Marcel Duchamp erfindet sich als Rrose Sélavy neu. Léonard Foujita entwirft eine bretonische Matrosenbluse aus japanischem Stoff, während Frida Kahlo sich bei den Tehuana-Handwerkerinnen einkleidet.
Den Abschluss bildet Joseph Beuys, dessen graues Filzkostüm, sein Lieblingsmaterial, bei Performances getragen wurde. Laut den Kuratoren ersetzt dieses schlichte, strenge Outfit, verbunden mit der Legende des Künstlers, Beuys selbst. Wie die Punkte von Yayoi Kusama oder die Matrosenbluse von Pablo Picasso wird die Kleidung zur Identität und nicht zum bloßen Accessoire.
Unser Blick
Diese Ausstellung erinnert daran, dass sich ein Künstler auch durch das zeigt, was er trägt, lange bevor er seine Leinwände zeigt. Wir sehen darin eine Art, ein Gemälde zu betrachten, während man an die Person denkt, die es geschaffen hat, an ihre Gesten und ihre Haltung gegenüber der Welt.
Quelle: Beaux Arts.






