Vom 9. bis 13. Oktober findet im Regent’s Park die neue Ausgabe von Frieze London statt, was die strategische Neuausrichtung der Messe angesichts der digitalen Revolution bestätigt. Zwischen traditionellem Galeristen und technologischer Innovation skizziert das Londoner Event die Konturen eines Kunstmarktes im Umbruch.
Ein Muss im internationalen Kunstkalender, bereitet sich Frieze London darauf vor, zum fünften Mal die Rasenflächen des Regent’s Park für fünf Tage kreativer Effervescenz zu besetzen. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat sich die britische Messe als eine der drei Säulen des Frieze-Netzwerks etabliert, neben New York und Los Angeles. Die Ausgabe 2025 markiert jedoch einen bedeutenden Wendepunkt: Nach Jahren der Vorsicht übernimmt die Londoner Institution nun die volle Integration digitaler Kunst in ihre Programmierung.
Diese Entwicklung ist nicht nur ein kurzfristiger Trend. Tatsächlich ist sie eine Antwort auf eine tiefgreifende Veränderung künstlerischer Praktiken und die Erwartungen einer neuen Generation von Sammlern. Während der Markt für NFTs im Jahr 2021-2022 eine spektakuläre Spekulationsblase erlebte, bevor er sich stabilisierte, nehmen große Messen heute einen selektiveren und durchdachteren Ansatz an. Frieze London bevorzugt daher etablierte Künstler, die digitale Medien erkunden, gegenüber dem ungestümen Wettlauf um Tokens, der die vorherigen Jahre geprägt hatte. Diese neu gewonnene Reife ermöglicht es, die wesentlichen Fragen ruhig anzugehen: Authentifizierung, Konservierung, Nachhaltigkeit digitaler Werke.
Die Struktur des Events spiegelt diesen hybriden Ansatz wider. Neben den traditionellen Bereichen – Main Section für internationale Galerien von Prestige, Focus für aufstrebende Räume, Frame für mutige Solo-Präsentationen – gibt es spezielle Bereiche, die für technologische Installationen und hochauflösende Bildschirme konzipiert sind. Frieze Sculpture wird weiterhin den Park mit monumentalen Werken besetzen, während das Konferenzprogramm die entscheidenden Herausforderungen dieses Übergangs untersuchen wird: Umweltbelastung des Digitalen, Demokratisierung des Zugangs zur Kunst, Neudefinition des Kunstwerks.
Die "Frieze Week" in London geht nun über das bloße Geschäftsevent hinaus und wird zu einem echten Ideenlabor. Zwischen Eröffnungen in den Galerien von Mayfair, Auktionen bei Sotheby's und Christie's und Debatten über die Zukunft des Marktes mobilisiert das gesamte britische Kunstökosystem. Diese Effervescenz zeugt von einer Industrie, die die digitale Umwälzung nicht fürchtet, sondern darin die Chance sieht, sich neu zu erfinden und gleichzeitig zu bewahren, was ihre Essenz ausmacht: die unersetzliche Erfahrung der physischen Begegnung mit dem Werk. Ein ehrgeiziges Unterfangen, dessen Urteil erst die Sammler im Oktober kommenden Jahres erbringen werden.
Quellen: Frieze.com, The Art Newspaper, Artnet News






