Vom 18. bis 20. Oktober 2024 empfängt das frisch renovierte Grand Palais die dritte Ausgabe von Paris+ par Art Basel. Eine triumphale Rückkehr, die die französische Hauptstadt ins Zentrum der globalen Kunstszene zurückversetzt.
Fünf Jahre der Wartezeit. Fünf Jahre, in denen sich das Grand Palais, ein architektonisches Juwel aus dem Jahr 1900, eine meisterhafte Verjüngungskur gönnte. Und gerade in diesem renovierten Rahmen präsentiert Paris+ par Art Basel seine 195 Galerien aus 44 Ländern. Ein starkes Signal für eine Messe, die sich das Thron der weltweiten Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst zurückerobern will.
Die Veranstaltung lässt nichts dem Zufall überlassen. Gagosian, Hauser & Wirth, David Zwirner, Perrotin: die Schwergewichte des internationalen Marktes sind dabei, neben 42 neuen Galerien, die einen neuen Wind bringen. Diese 2024er-Ausgabe gliedert sich um vier verschiedene Sektoren. Der Hauptsektor beherbergt etablierte Galerien, während „Emergence“ jungen Strukturen von weniger als zehn Jahren eine Plattform bietet. „Premise“ bietet kühne kuratorische Präsentationen, und „Focus“ erforscht aktuelle, spitzen Themen. Diese durchdachte Architektur ermöglicht die Navigation zwischen sicheren Werten und vielversprechenden Entdeckungen.
Aber Paris+ beschränkt sich nicht nur auf eine Handelsvitrine. Die Messe ist Teil einer umfassenderen kulturellen Dynamik: der Paris Art Week. Mehr als 70 Parallelveranstaltungen verwandeln die Hauptstadt während dieser Tage im Oktober in einen Kunst-Epizentrum. Vernissagen in den Galerien des Marais, Sonderausstellungen in Institutionen, Gespräche mit wichtigen Persönlichkeiten der Szene: die Effervescenz ist total. Diese Schwarmstrategie verstärkt die Strahlkraft der Hauptveranstaltung erheblich. Sie zieht auch internationale Sammler an, von denen viele die VIP-Tage am 16. und 17. Oktober nutzen, um die ausgestellten Highlights exklusiv zu entdecken.
Dennoch bleibt die Herausforderung enorm. Paris+ muss sich der direkten Konkurrenz von Frieze London stellen, das gleichzeitig stattfindet, während es gleichzeitig einen von den globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten geschwächten Kunstmarkt beruhigen muss. Unter der Leitung von Clément Delépine und mit Unterstützung des internationalen Netzwerks von Art Basel setzt die Messe auf die Exzellenz ihrer Umgebung, die unvergleichliche Attraktivität von Paris im Oktober und die Fülle ihres kulturellen Ökosystems. Der Einsatz ist ehrgeizig: das Grand Palais zum Muss für jeden Kunstliebhaber zeitgenössischer Kunst zu machen, der sich respektiert.
Diese dritte Ausgabe ist daher mehr als nur ein kommerzieller Termin. Sie verkörpert einen politischen und kulturellen Willen, Paris im Vergleich zu New York, London oder Hongkong neu zu positionieren. Das Grand Palais gewinnt seine ursprüngliche Berufung zurück: Innovation und Kreativität zu feiern. Eine wesentliche Frage bleibt: Wird Paris+ es schaffen, diesen punktuellen Glanz in ein dauerhaftes Licht für den französischen Kunstmarkt zu verwandeln?
Quellen: The Art Newspaper, Artnet News, Le Quotidien de l'Art








